Um was geht es?

Mind, Selfie and Society – verstrickt im Entweder-Oder.

Es geht um das veränderte Verhältnis vom Einzelnen zum Ganzen, vom Individuum zur Gesellschaft. Identität ist ein schillernder, heimtückischer, vieldeutiger Begriff in der Öffentlichkeit und den Sozialwissenschaften. In soziologischen Debatten und Gegenwartsdiagnosen wird er unter den Schlagworten „asymmetrische Gesellschaft“ (Coleman, 1982), „Risikogesellschaft“ (Beck, 1986), „Erlebnisgesellschaft“ (Schulze, 1992), „McDonalisierung“ (Ritzer, 1993), „Multioptionsgesellschaft“ (Gross, 1994), das „flexible Selbst“ (Sennett, 1998), „Entscheidungsgesellschaft“ (Schimank, 2005) thematisiert.

Es geht um Fragen wie: Was hält die Gesellschaft zusammen, die durch Unbestimmtheit und Offenheit statt fester Entwicklungslinien gekennzeichnet ist und in der die Basisprämissen der industriellen Moderne ihre Selbstverständlichkeiten verlieren? Was macht ein gelingendes Leben unter den Krisen- und Umbruchserfahrungen in spätmodernen, digitalisierten Gesellschaften und den Bedingungen von Individualisierung, Pluralisierung und Globalisierung aus? Wie gelingt es Subjekten in einer fragmentierten und widersprüchlichen Welt, eine für sich stimmige, kohärente Persönlichkeit zu entwickeln?

Auf diesen Seiten möchte ich unterschiedliche Antworten diskutieren, die unterschiedliche Identitätskonzepte auf die Frage nach der Konstruierbarkeit einer kohärenten Identität in der flüchtigen Moderne bieten.